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Brüssel, wir kommen!

Nachdem letztes Jahr die ESM-Politikreise - unterstützt vom ,,Verein zur Förderung politischen Handelns e.V." - als Pilotprojekt ein voller Erfolg war, sagten sich einige der damaligen Teilnehmer ,,Wir kommen wieder! '' und saßen dann auch wieder im Bus nach Brüssel mit den frischgebackenen s6-Politik-Schülern unter der Leitung von Frau Rudschies (s7) und Herrn Jerzewski (s6). Diese Studienfahrt fand vom 10. - 14. Dezember 2014 statt.

Nachdem wir von unserem Busfahrer Rudi flott und sicher in die EU-Hauptstadt eskortiert worden waren, empfing uns unsere Unterkunft, die Kloster-Tagungsstätte "Notre-Dame du Chant d'Oiseau", mit offenen Armen und gleich nach dem Abendessen begann auch schon das Einstiegsseminar mit zwar müden aber interessierten Schülern unter der Leitung der kompetenten Teamerinnen Iris Weber und Charlotte Uhlig. Das diesjährige Thema lautete ,,Die EU und ihre Nachbarschaftspolitik'', wobei die Geschehnisse in und mit der Ukraine von Anfang an für angeregte Diskussionen sorgten.

Am nächsten Morgen begann die Vorbereitung auf die Expertengespräche und als wir im EU-Parlament eintrafen, brannten die Schüler darauf, die erste Gesprächspartnerin, Susanne Melior (SPD), mit ihren Fragen zu löchern. Die Europaabgeordnete beantwortete alle Fragen diplomatisch und der Schwerpunkt des Gedankenaustauschs lag auf dem Unterschied zwischen der EU-Erweiterungs- und der EU-Nachbarschaftspolitik.

Als nächstes trafen wir Terry Reincke, Europaabgeordnete der Grünen, die die Schüler mit ihrer lockeren Art und tabulosen Sprache begeisterte und spontan bereit war, angesichts der Doppelbelegung von Tagungsräumen auf dem plakatgeschmückten Flur ihrer Fraktion über Sanktionen und EU-Sicherheit ausgefragt zu werden. Vor einer autogrammverzierten weißen Kuh gab's dann noch ein Abschiedsfoto.

In den beiden weiteren Expertengesprächen im Europäischen Auswärtigen Dienst ging es um ein ebenso aktuelles wie vorerst ungelöstes außenpolitisches Problem, die Ukraine-Krise. Darüber hielt uns der schwedische Diplomat Stefan Tressing vom European External Action Service (EEAS) einen Vortrag und am nächsten Tag trafen wir im EEAS auch noch Oberstleutnant Harald Wegener vom EU Military Staff, der an der Bundeswehruniversität in Hamburg und an der Militärakademie in Paris ausgebildet wurde. Dieses Gespräch fanden wir Schüler besonders interessant, da wir die EU unter einem völlig neuen Blickwinkel kennen lernten und sehr konkrete Fragen zu den Konflikt- und Deeskalationsstrategien der EU stellen konnten.

Nach dem Klosterfisch in unserer Herberge begab sich die Gruppe in die Brüsseler Altstadt, um dort an der ebenso interessanten wie schülerbezogenen Stadtführung des Brüsseler Hochschullehrers Stefaan Debrabandere teilzunehmen, die das Atlantiktief "Billy" mit ununterbrochenen Regengüssen und Windböen zur Kneipp-Kur umfunktionierte.

Am letzten Abend zerstreuten sich die Schüler in alle Altstadt-Richtungen, um Pralinen oder andere Weihnachtsgeschenke zu erstehen, das musikuntermalte Lichtspiel auf der Grand Place zu bewundern oder sich eine Runde leckerer belgischer Fritten zu gönnen.

Fazit: Weder die Politik noch die Freizeit kam zu kurz und aufs Neue sagen wir ESM-Politik-Schüler: ,,Brüssel, wir kommen wieder!''

Wenn Wunder geschehen

An Weihnachten geschehen zuweilen Wunder, zumindest passiert dies in einer der bekanntesten Erzählungen der Welt: In Charles Dickens' "Scrooge - Eine Weihnachtsgeschichte" wird der geizige, alte und hartherzige Geschäftsmann Ebenezer Scrooge eines Nachts durch drei Geistervisionen zum guten Menschen bekehrt.

In der Zeit vom 9. bis 17. Dezember 2014 führen Schüler der Klassen s2 bis s6 der Höheren Schule, unter Anleitung von Iris Krause und Marc Haas, die Geschichte als Theaterstück im nahegelegenen Pepper-Theater in Neuperlach auf. Bei der Produktion handelt es sich um einen freiwilligen Kurs im Rahmen des Whole-Day-School-Konzepts.


Die fünf ausverkauften Schulaufführungen werden nicht nur von Schülern der Europäischen Schule München besucht, sondern auch Klassen anderer Schulen aus dem Stadtteil sind zu Gast. Am Montag, 15.12., findet die letzte öffentliche Vorstellung um 19:00 Uhr statt - es sind nur noch wenige Karten erhältlich, eine Reservierung ist empfehlenswert.

Neben sprachlichem und körperlichem Ausdruck sowie Präsenz auf der Bühne, fördert Schultheater wesentliche soziale Fähigkeiten, weil sie für das Gelingen der Aufführung tatsächlich gebraucht werden: Kooperation, Kompromissbereitschaft und Einsatz für ein gemeinsames Ziel.

Dies lehnt sich an die Botschaft von Charles Dickens an, dass Aufgeschlossenheit und Mitgefühl für andere zu einem harmonischeren Miteinander beitragen. Dann können auch "Wunder" geschehen, nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über.