Kindergarten

Erscheinung der besonderen Art

Am 6. Januar feiert man in Italien das Fest der "Epifania" (aus dem Griechischen "Erscheinung"), umgangssprachlich auch als Befana bezeichnet, mit dem die Weihnachtszeit endet.

Der Legende nach fliegt in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar eine Art furchteinflößende, aber gutmütige Hexe - die Befana - auf ihrem Besen durch den Kamin, der symbolisch die Verbindung zwischen Himmel und Erde herstellt, und bringt den braven Kindern Süßigkeiten als Gabe für das Gute im kommenden Jahr und den nicht braven Kindern Kohle als Symbol für die "dunklen" Überbleibsel des vergangenen Jahres. Dazu hängen die Kinder am Vorabend einen Strumpf vor dem Kamin auf, den sie am Morgen mit Süßem oder Schwarzem gefüllt vorfinden.

Mit großer Freude wurde die Befana am 9. Januar 2015 von den Kindergartenkindern der ESM empfangen. Zuerst hörten sie den Count-Down einer Rakete. Dann, begleitet von der Musik einer neapolitanischen Tarantella, kam die liebe Befana zur Tür hinein. Sie war, wie immer, etwas verwirrt und fing mit ihrem Zauberbesen zu tanzen an, in dem Glauben in Neapel angekommen zu sein. Zum Glück schrien die Kinder lachend: "München, du bist in München!"

Nachdem die Hexe Befana realisiert hatte, wo sie sich tatsächlich befand, begrüßte sie herzlich das junge Publikum. Die italienischen "bambini" trugen ihr zu Ehren ein Lied und ein Gedicht in ihrer Muttersprache vor. Danach sangen alle Kindergartenkinder gemeinsam ein Hexenlied. Weil auch dieses Jahr alle Kinder brav waren, bekamen sie von der Befana das beliebte "carbone" (Kohle) aus schwarz-gefärbtem Zucker geschenkt.

Am Ende durften alle zusammen mit der gutherzigen Hexe und voll Begeisterung den Tanz "Il ballo del qua' qua" tanzen. Die erschöpfte aber glückliche Befana verabschiedete sich von allen und bestieg ihren Zauberbesen, um nach Italien zurückzufliegen. Bleibt zu hoffen, dass sie sich nicht wieder verirrte und aus Versehen in Paris landete. Aber selbst wenn, dann hätte sie auch Kindern in Frankreich viel Freude gebracht.

Grundschule

Höhere Schule

Große Künstler des Barock

Caravaggio und Rembrandt sind die beiden großen Genies des 17. Jahrhunderts. Sie sind in der ganzen Welt bekannt für ihren kraftvollen Ausdruck starker Emotionen, ihren dramatischen Einsatz von Licht und ihren verstörenden Realismus.

Mit diesem Statement hat man im Jahr 2006 eine große Ausstellung in Amsterdam zu Ehren der beiden Künstler eröffnet, denn beide sind Maler des Barock, der eine stammt aus Italien, der andere aus den Niederlanden.

Im Gegensatz zu den beiden Künstlern, die sich im wahren Leben niemals begegneten, kommen die niederländischen und italienischen Schüler der 4. Jahrgangsstufe der Höheren Schule bei ihrem Projekt über Caravaggio und Rembrandt auf einen gemeinsamen europäischen Nenner. Ihr Projekt verbindet die Fächer Italienisch, Niederländisch, Deutsch, Kunst und Chemie in einer sehr europäischen Weise.

So befassten sich die Schüler in der Projektwoche im Dezember eingehend mit der Epoche und der Kunstströmung und beschäftigten sich fachübergreifend mit der Chemie der Maltechnik der beiden Künstler. Noch in Planung für die nächsten Monate ist der Besuch einer Ausstellung zum Thema Meisterwerke des Barock in der Alten Pinakothek und der Besuch einer alten Pigmentfabrik in Bayern, die noch historische Pigmente herstellt. Das Projekt wird seinen krönenden Abschluss in einer Exkursion nach Rom finden, wo barocke Denkmäler besichtigt und Malereien von Caravaggio bestaunt werden können.

Organisiert und angeleitet wird von den Lehrern Alessandra Cipriano, Grazia Fioretti, Eva van Geleuken und Isidoor Gijsbrechts. Herzlichen Dank an die Kunstlehrerinnen Anette Frey und Sibylle Schardey für ihre Unterstützung beim praktischen Teil der Maltechnik.

Brüssel, wir kommen!

Nachdem letztes Jahr die ESM-Politikreise - unterstützt vom ,,Verein zur Förderung politischen Handelns e.V." - als Pilotprojekt ein voller Erfolg war, sagten sich einige der damaligen Teilnehmer ,,Wir kommen wieder! '' und saßen dann auch wieder im Bus nach Brüssel mit den frischgebackenen s6-Politik-Schülern unter der Leitung von Frau Rudschies (s7) und Herrn Jerzewski (s6). Diese Studienfahrt fand vom 10. - 14. Dezember 2014 statt.

Nachdem wir von unserem Busfahrer Rudi flott und sicher in die EU-Hauptstadt eskortiert worden waren, empfing uns unsere Unterkunft, die Kloster-Tagungsstätte "Notre-Dame du Chant d'Oiseau", mit offenen Armen und gleich nach dem Abendessen begann auch schon das Einstiegsseminar mit zwar müden aber interessierten Schülern unter der Leitung der kompetenten Teamerinnen Iris Weber und Charlotte Uhlig. Das diesjährige Thema lautete ,,Die EU und ihre Nachbarschaftspolitik'', wobei die Geschehnisse in und mit der Ukraine von Anfang an für angeregte Diskussionen sorgten.

Am nächsten Morgen begann die Vorbereitung auf die Expertengespräche und als wir im EU-Parlament eintrafen, brannten die Schüler darauf, die erste Gesprächspartnerin, Susanne Melior (SPD), mit ihren Fragen zu löchern. Die Europaabgeordnete beantwortete alle Fragen diplomatisch und der Schwerpunkt des Gedankenaustauschs lag auf dem Unterschied zwischen der EU-Erweiterungs- und der EU-Nachbarschaftspolitik.

Als nächstes trafen wir Terry Reincke, Europaabgeordnete der Grünen, die die Schüler mit ihrer lockeren Art und tabulosen Sprache begeisterte und spontan bereit war, angesichts der Doppelbelegung von Tagungsräumen auf dem plakatgeschmückten Flur ihrer Fraktion über Sanktionen und EU-Sicherheit ausgefragt zu werden. Vor einer autogrammverzierten weißen Kuh gab's dann noch ein Abschiedsfoto.

In den beiden weiteren Expertengesprächen im Europäischen Auswärtigen Dienst ging es um ein ebenso aktuelles wie vorerst ungelöstes außenpolitisches Problem, die Ukraine-Krise. Darüber hielt uns der schwedische Diplomat Stefan Tressing vom European External Action Service (EEAS) einen Vortrag und am nächsten Tag trafen wir im EEAS auch noch Oberstleutnant Harald Wegener vom EU Military Staff, der an der Bundeswehruniversität in Hamburg und an der Militärakademie in Paris ausgebildet wurde. Dieses Gespräch fanden wir Schüler besonders interessant, da wir die EU unter einem völlig neuen Blickwinkel kennen lernten und sehr konkrete Fragen zu den Konflikt- und Deeskalationsstrategien der EU stellen konnten.

Nach dem Klosterfisch in unserer Herberge begab sich die Gruppe in die Brüsseler Altstadt, um dort an der ebenso interessanten wie schülerbezogenen Stadtführung des Brüsseler Hochschullehrers Stefaan Debrabandere teilzunehmen, die das Atlantiktief "Billy" mit ununterbrochenen Regengüssen und Windböen zur Kneipp-Kur umfunktionierte.

Am letzten Abend zerstreuten sich die Schüler in alle Altstadt-Richtungen, um Pralinen oder andere Weihnachtsgeschenke zu erstehen, das musikuntermalte Lichtspiel auf der Grand Place zu bewundern oder sich eine Runde leckerer belgischer Fritten zu gönnen.

Fazit: Weder die Politik noch die Freizeit kam zu kurz und aufs Neue sagen wir ESM-Politik-Schüler: ,,Brüssel, wir kommen wieder!''