Kindergarten

Größer und besser!

In diesem Schuljahr hat der Kindergarten seine Tore mehr Kindern als je zuvor geöffnet. Es waren so viele, dass für die jüngeren Kinder eine neue Gruppe in der deutschen Abteilung eingerichtet wurde. Diese wird von der neuen Kollegin, Diana Büchel, geleitet. Sie wurde herzlich aufgenommen und ist bereits ein wohl integriertes Mitglied des Teams. Ihre Gruppe ist die Marienkäfer-Gruppe.

In der ersten Woche fanden sich die Kinder wieder zu unserem Morgenkreis ein. Die Neuankömmlinge durften den Kindergarten in kleinen Gruppen und in Begleitung ihrer Eltern besuchen. Diese Eingewöhnungs-
phase hat sich seit langem bewährt und sorgt für einen reibungslosen und stressfreien Start in das Kindergartenjahr für Kinder, Eltern und Erzieherinnen.

Am 8. September 2014 versammelten sich alle Kinder zum ersten Mal nach den Sommerferien wieder im Kindergarten. Sie bekamen Zeit, das Gebäude zu erkunden, die Erzieherinnen kennenzulernen und erste neue Freundschaften zu schließen.

Das wichtigste Ziel in den ersten Wochen ist es, zu gewährleisten, dass die Kinder zufrieden sind und sich sicher in der neuen Umgebung fühlen. Die Gruppen haben sich gegenseitig besucht und einzeln vorgestellt, wobei es sicher nicht möglich ist, sich gleich die Namen zu all den neuen Gesichtern zu merken. Aber mit der Zeit gewöhnen sich alle im neuen Kindergartenjahr ein und bald wird sich niemand mehr fremd fühlen müssen.

Am 12. September 2014 fand das erste gemeinsame Singen mit allen sieben Gruppen statt. Dieses Treffen bietet den Kindern auch immer eine gute Gelegenheit, sich auszutauschen, was sie in den einzelnen Gruppen gemacht haben. Nach einem Willkommenslied, gefolgt von einem weiteren Lied zum Kennenlernen wurden die Kinder aufgefordert, mit Gesang und Mimik den englischen Kinderreim "Miss Polly had a dolly" vorzutragen. Die Veranstaltung fand mit der mitreißenden Darbietung von "Ching Ching Ching" schließlich ihren krönenden Abschluss.

Eine gelungene erste Woche und eine schöne Einstimmung auf das Wochenende.

Grundschule

Ganz nah dran

Anlässlich des diesjährigen 25. Mauerfalljubiläums hat die Autorin Hanna Schott am 10. Oktober 2014 den Grundschülern der deutschen 3., 4. und 5. Klassen aus ihrem Kinderbuch "Fritzi war dabei" vorgelesen, das zum Thema ´Mauerfall´ zu den ersten Kinderbüchern für das Grundschulalter zählt.

Hanna Schott lernte Buchhändlerin, studierte dann Musikwissenschaft, Romanistik und Theologie und arbeitete viele Jahre als Verlagslektorin. Heute reist und schreibt sie als freie Autorin. Sie lebt in Haan im Rheinland.

Sie schrieb "Fritzi war dabei" anlässlich eines Aufrufs in der "Leipziger Volkszeitung" und eines Gespräches mit dem ehemaligen Pfarrer der Nikolaikirche, Christian Führer. Sie erhielt vom Neuen Leipziger Klett Kinderbuch Verlag den Auftrag, für Kinder in einem Buch die Ereignisse der friedlichen Revolution festzuhalten. Nach gründlicher Recherche und vieler Befragungen von Augenzeugen entstand eine durch und durch realistische Dokumentation der Geschehnisse im DDR-Alltag im Zeitraum vom ersten Schultag nach den Sommerferien bis zum Mauerfall in der Nacht vom 9. November selbst. Namen wurden selbstverständlich verändert und eine fiktive Familie erfunden, deren Tochter Fritzi Erlebnisse aus ihrer persönlichen Sicht erzählt.

Hanna Schott gelingt es, in ihrem Buch "Fritzi war dabei" hervorragend auf die wachsenden Missstände im Leipziger Alltag der Familie hinzuweisen, die sich selbst die Erwachsenen nicht mehr vorstellen können, wenn sie an den Mauerfall und die friedlichen Montagsdemonstrationen denken. Da waren eben schon zu Schulbeginn am 1. September etliche Personen einfach verschwunden oder aus ihrem Urlaub aus Ungarn nicht zurückgekehrt. Klassenkameraden fehlten, Lehrer tauchten unter und waren nie wieder gesehen, eine OP im Krankenhaus musste ausfallen und umdisponiert werden, weil der Arzt nicht mehr im Krankenhaus erschien. Der Bäcker um die Ecke blieb plötzlich auch verschlossen. Für Fritzi ist das ein Rätsel nach dem anderen. Ihre Mutter geht auf die Montagsdemonstrationen, was ihr Vater mit Missfallen beobachtet. Er geht lieber nicht aus Angst vor Verhaftung. In der Nacht des Mauerfalls packt er allerdings seine beiden Kinder in den Trabbi des Kollegen und sie fahren alle zusammen zur Oma nach München. Sie können es kaum erwarten, sie zu überraschen, was ihnen dann verständlicherweise auch in hohem Maße glückt. Fritzi erhält am nächsten Tag sogar ihre sehnlichst gewünschte Barbie-Puppe.

Hanna Schott zog mit ihren humorvollen, kindgerechten Erklärungen und Erzählungen vor allem die Schüler des 4. und 5. Jahrganges in ihren Bann und verhalf ihnen zu einem tieferen Verständnis der Geschehnisse und Auswirkungen im Alltag der DDR und der Zeit vor dem Mauerfall. Das junge Publikum war begeistert. Ihr sei an dieser Stelle nochmals herzlichst für ihren Besuch an unserer Schule und für ihre so lebendige und fröhliche Lesung gedankt.

Höhere Schule

Entdeckung und Abenteuer

Sechsunddreißig mutige International Award Teilnehmer haben sich am 17. Oktober 2014 um 17:00 Uhr am Münchener Hauptbahnhof eingefunden, um mit dem Zug nach Blaichach, in der Nähe von Immenstadt, fahren.

Die erste Herausforderung für die Schüler während der Zugfahrt war es, sechs Sechsergruppen zu bilden, und sicherzustellen, dass niemand sich ausgeschlossen fühlt. Nachdem dies erfolgreich erreicht wurde, wurden Stirnlampen aufgesetzt und bunte Kleidung angezogen für den 3 km langen Nachtmarsch zu Fuß vom Bahnhof zu unserer Unterkunft in Ortwang. Nach einem ausgiebigen und dringend benötigten Pasta-Essen wogen die Teilnehmer fünf mögliche Aktivitäten ab, bewerteten den Nutzen bestimmter Wanderausrüstungen und diskutieren über die verschiedenen Aktivitäten, die für den Service-, Geschicklichkeit und Fitness-Bereich des International Awards vorgesehen sind. Am späten Abend gab es dann endlich Gelegenheit, sich zu entspannen, einen Film anzuschauen und mit Freunden plaudern!

Am nächsten Tag ging es mit einem straffen Programm weiter, etwa mit Team-Building-Spielen im Hof ​​gleich nach dem Frühstück. Dann hieß es für die Hälfte der Teilnehmer zum Baggersee zu fahren und praktische Übungen in der Essenzubereitung an der Kochstelle und im Aufbau von Zelten zu meistern. Alle Schüler mussten individuell unter Beweis stellen, dass sie auf sichere Weise einen Kocher aufbauen, entzünden und Wasser zum Kochen bringen konnten. Als der letzte Morgennebel sich über dem Baggersee lichtete, stieg der süße Duft von heißer Schokolade in der sanften Brise auf. Der verlockende Duft erreichte auch das Zeltaufbauteam, dem es nach einiger Übung gelungen war, ein Zelt in etwa 5 Minuten aufzuschlagen, was sehr nützlich ist, wenn das Wetter einmal nicht mitspielt und das Bedürfnis nach Unterschlupf sehr dringend ist. Bis zur Mittagszeit hatte die gesamte Gruppe erfolgreich beide Übungen abgeschlossen, und es war Zeit nach dem Mittagessen zur Navigationseinheit zu wechseln.

Die Nachmittagsübungen bestanden aus grundlegender Theorie und praktischen Übungen im Kartenlesen und Kompassarbeit. Die Schüler wurden von ihren Teamleitern aufgefordert, sicher und akkurat um einen Parcours im Dorf zu navigieren. Die Dorfbewohner beobachteten erstaunt, wie verschiedene Gruppen an ihnen in verschiedene Richtungen vorbeizogen! Sicherheit ist von größter Bedeutung bei allen International Award Expeditionen. Die Schüler müssen wissen, wie sie in Notfälle zu reagieren. Möglichen Szenarien wurden durchgespielt und von allen Gruppen vor dem Abendessen diskutiert. Im Anschluss gab es dann ausreichend Zeit - etwas mehr als am Abend zuvor -, um den Fußmarsch am nächsten Tag zu planen.

Sonntag war ein weiterer schöner Tag. Die erste Gruppe verließ Ortwang in im Schulkleinbus um 8:30 Uhr. Dieser brachte sie zum Start ihrer geplanten Wanderung nach Immenstadt. Alle genossen die Wanderung und erlebten sowohl die umgebene Schönheit der Schlucht und das Panorama vom Berghang oberhalb von Immenstadt.

Alle Teams erreichten erfolgreich ihr Ziel, erschöpft, aber glücklich nach einem wunderschönen Wochenende.

Ein riesiges Dankeschön an die Eltern, die aufgrund des Bahnstreiks Teilnehmer mit dem Auto vom Bahnhof abholten.

Der Mafia auf der Spur

Geld, Erpressung, Gewalt, Drogen- und Waffenhandel. Viele Filme, Serien und Bücher thematisieren die Machenschaften der italienischen Mafia. Nun hat eine Angehörige eines Mafiaopfers die ESM besucht.

Am 16. Oktober hielt Maria Falcone, Schwester des 1992 von der Cosa Nostra ermordeten Untersuchungsrichters Giovanni Falcone, im Rahmen des Legalität-Projekts einen Vortrag über ihren Kampf gegen das organisierte Verbrechen für die Schüler der Höheren Schule aus der italienischen Abteilung. Sie sprach über das Leben, die Arbeit und den Tod ihres Bruders. Ebenso präsentierte sie den Dokumentarfilm "Per Falcone", der Einblicke in seinen beruflichen Alltag gibt.


Giovanni Falcone geriet in den 80er Jahren ins Fadenkreuz der organisierten Kriminalität, als er im Justizministerium eine Sonderkommission zur Bekämpfung der Mafia aufbaute. Anfang der 90er Jahre wurden er und seine Ehefrau sowie seine Leibwächter durch eine Autobombe getötet. Seither gilt der Jurist als Symbolfigur der Antimafia-Bewegung auf Sizilien.

Die italienische Abteilung der ESM hatte bereits über einen längeren Zeitraum an diesem Projekt gearbeitet und so stellten die Schüler der Gastreferentin viele wissbegierige Fragen, die sie geduldig beantwortete.

Für Maria Falcone ist Aufklärung die wichtigste Waffe bei der Bekämpfung der weltweit operierenden sizilianischen Mafia. Mit ihrer im Jahr des Attentats auf ihren Bruder gegründeten Stiftung "Fondazione Giovanni e Francesca Falcone" möchte sie Legalität und Gerechtigkeit fördern, so dass die junge Generation Europas einen verlässlichen inneren Kompass in Fragen der Rechtsstaatlichkeit entwickelt.