Afrika mit allen Sinnen

Ibrahima Ndiaye hat zwei Tage lang die Grundschulbibliothek in eine senegalesische Umgebung verwandelt: Senegal mit seinen Tieren, speziell seinen Schlangen, seinen Vögeln, seinen Affen im Süden, seinen Rhythmen und mit seinen Geschichten darüber, die man sich früher abends draußen unter dem Baobab, dem Affenbrotbaum, unter sternenklarem Himmel auf warmen Böden sitzend, erzählte und erzählt bekam. Der Autor besuchte uns am 29. und 30. Mai 2018.

Unser Gast wurde im Senegal 1963 als einer der Urenkel des Herrschers des senegalesischen Königreichs Sine geboren, lebt aber schon seit 30 Jahren in Saarbrücken. Er hatte schon in ganz jungen Jahren Kontakt zu einer deutschen Familie, die seiner Deutschlehrerin, die in ihm den Wunsch erweckte nach Deutschland zu gehen. Er studierte in Dakar und in Deutschland Germanistik, Anglistik und Romanistik. Darüber hinaus spielte er Theater und gab Tanzkurse in Saarbrücken. Er wurde berühmt durch seine traditionelle Geschichten-erzählkunst, die er von seiner begabten Großmutter übernommen und mit der er sich seit Jahren um die Vermittlung der Kulturen verdient gemacht hat.

Preisgekrönt reist er heute von Schule zu Schule und vermittelt den Schülern über die in Szene gesetzten senegalesischen Tiermärchen und Familien-Geschichten einen Hauch von seiner Heimat in Afrika. Seine Freude dabei, die einem aus sämtlichen Poren seines Körpers entgegenstrahlt, seine Leichtigkeit, mit der er die Kinder dort abholt wo sie vom Alter her stehen, seine Situationskomik, die von Kindern geliebt ist sowie seine rhythmischen Begleitungen auf Kalimba und Djemben reißen alle mit, Erwachsene wie Kinder. Obendrein fasziniert einen seine überaus respektvolle und damit höfliche Art der Kommunikation. Wir waren alle zusammen abgetaucht in ein fröhliches afrikanisches Märchen bis zu seinem Ende, dann sagen die Geschichtenerzähler im Senegal: "An dieser Stelle fällt die Geschichte ins Meer, und wer ihren Duft als Erster riecht, kommt ins Paradies".

Alle französischen Schüler der Grundschule, ihre Klassenlehrer und noch etliche Erwachsene der Schule mehr haben den Duft gerochen. Könnten doch alle daran teilhaben und den Duft einatmen!