Gar nichts von allem

Dem in Berlin lebenden Autor Christian Duda zuzuhören, macht einfach nur Spaß. Er heißt eigentlich Christian Achmed Gad Elkarim und ist heute Deutscher, aber österreichischer und ägyptischer Herkunft. In seinem neuesten Buch "Gar nichts von allem" charakterisiert schon der Titel das teils nicht immer eindeutige Identitätsgefühl des 11-jährigen Jungen Magdi, der Hauptfigur des Buches, der deutscher und arabischer Abstammung ist.

Das Buch wurde gleich nach Erscheinen mehrmals ausgezeichnet. Unter anderem wurde es auf die Longlist "Die schönsten deutschen Bücher 2017" der Stiftung Buchkunst und auf die Empfehlungsliste "White Ravens 2017" der Internationalen Jugendbuchbibliothek Schloss Blutenburg gesetzt.

Mit einem feinen Gespür für das Seelenleben von Kindern, trifft er den Nerv der Gedanken- und Gefühlswelt der 8- bis 11-Jährigen. In eineinhalb Stunden schafft es nicht jeder Autor, seine junge Zuhörerschaft zum konzentrierten Zuhören zu bewegen, wenn man aber alle zwei Minuten laut loslachen kann, dann auf alle Fälle. Das Lachen der Kinder verrät, dass sie die erzählten Situationen sehr wohl nachvollziehen und sich darin wiederfinden können und so macht es Spaß, den in Polizeiberichten abgefassten täglichen Aufzeichnungen von Magdi über sein Leben in zwei Welten zu lauschen.

Da ist zum Beispiel die Szene im Laden, in der die Erwachsenen Magdi keine gute Schulbildung zutrauen und er für sich und seine Geschwister darum kämpfen muss, dass sich das Bild in den Köpfen der anderen ändert. Nein, sie alle gehen und werden auf das Gymnasium gehen. Dafür sorgen schon die ehrgeizigen Eltern und der darüber hinaus sehr strenge Vater. Christian Duda erinnert sich in diesem Buch an manch eigenes Kindheitserlebnis in den 70er Jahren.

Wir bedanken uns bei Katrin Rüger vom Buchpalast ganz herzlich, die den Autor von Berlin nach München "gelockt" hat und mit ihm etlichen Grundschulen ein wunderbares Lesevergnügen bereitete. Die Grundschule der ESM besuchte er am 20. Februar 2018.