Fit 4 Life: Suchtfrei leben

Trotz der erfreulichen Entwicklung, dass die Raucherquote bei Jugendlichen in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, bleibt das Thema Sucht eine Herausforderung für Heranwachsende. Besonders im digitalen Zeitalter stellen etwa ein übermäßiger Medienkonsum oder ein extremes Schlankheitsideal neue Formen von potentiellen, nicht stoffgebundenen Süchten dar.

Gerade deshalb ist es für junge Menschen wichtig, über die Risiken aufgeklärt zu werden und einen verantwortungsvollen Umgang mit möglichen Suchtmachern zu erlernen. So wurde an der Höheren Schule das Sucht- und Drogenpräventionsprojekt "Fit 4 Life" für alle Schüler der 3. Jahrgangsstufe in der Zeit vom 23. bis 26. Oktober 2017 organisiert. Es fand mit zwei Projekttagen pro Klasse im Jugendzentrum "Südpolstation" von Feierwerk e.V. statt. Fernab des normalen Schulalltags konnten sich die Jugendlichen während des ganztägigen Programms intensiv mit der Thematik befassen.

Den Schülern wurde auf anschauliche Weise Wissen vermittelt, während gleichzeitig Lebenskompetenzen gefördert wurden. "Fit 4 Life" basiert auf dem Präventionsprogramm "Sauba Bleim" der Bayerischen Polizei und wird erweitert durch einen beeindruckenden Lebensbericht des ehemaligen Drogenabhängigen Alexander Golfidis. Darin schildert er den verhängnisvollen Teufelskreis seiner 15 Jahre andauernden Heroinsucht, der er nur mit großer Kraftanstrengung dauerhaft entkommen ist.

In den Workshops gab es ausreichend Gelegenheit, über die Themen Sucht und Drogen zu diskutieren und zahlreiche Übungen und Spiele zu machen. Diese setzen auf Erlebnisspiel, Sinneswahrnehmung und Kommunikation. So kann eine nachhaltige und effiziente Stärkung der Lebens- und Sozialkompetenzen sowie die Förderung und Anregung zu einem gesunden Lebensstil erreicht werden. Die Schüler durften etwa eine "Alkoholbrille" aufsetzen, die den visuellen Zustand eines Vollrausches simuliert. Danach wurde reflektiert, wie gefährlich Alkoholisierung werden kann.

Abgeschlossen wurden die zwei Tage mit einem "Brief an dich selbst". Die Jugendlichen sollten mit diesem Brief ihre Gedanken und Eindrücke ordnen und eigene Vorsätze im Umgang mit Sucht und Drogen für ihr weiteres Leben formulieren. Jeder Schüler bekommt diesen versiegelten Brief am Ende des Schuljahrs zurück und darf dann selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt in seinem Leben der Brief geöffnet werden soll.

Aufklärung muss mehr sein als ein erhobener Zeigefinger! Sie sollte Jugendliche altersgemäß ansprechen, sie befähigen, über ihr Verhalten nachzudenken, um dann bewusste sowie positive Entscheidungen für ihre Gesundheit treffen zu können.

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