Rollenspiel: "Wir werden die Welt retten"

Wie kann man die Welt retten? Es ist eine schwierige Frage, die Schülerinnen und Schüler der katholischen Religionsklasse S7 in einem Rollenspiel diskutierten. Einige schlüpften in die Rollen verschiedener Propheten, andere in von Vertretern verschiedener Weltreligionen, des Präsidenten der EU-Kommission und des UNO-Generalsekretärs, zusammen mit Experten, die jeweils ihren Ansatz zur Lösung der aktuellen Fragen vorgestellt haben. Die Propheten teilten ihre Präsentation mit ihren Klassenkameraden und diskutierten sie per Video-Chat. Ihr Lehrer, Herr Machek, moderierte die interessanten und tiefgründigen Diskussionen. 

In der Bibel sind Propheten Boten Gottes. Sie interpretierten die Gegenwart und warnten die Menschen vor kommenden Katastrophen und riefen sie zur Umkehr auf. Das Wort Prophet selbst bedeutet "Verkünder" oder "Vorhersager". Die erste Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler bestand darin, Bedrohungen und Streitpunkte, mit denen die Menschheit gegenwärtig konfrontiert ist, zu identifizieren und darzustellen und gleichzeitig die Dringlichkeit des Handelns zu betonen. Die Themen, die die Klasse als besonders wichtig auswählte, waren Klimawandel, Egoismus, falsche Eliten, Mechanisierung, Unwissenheit, Atomkrieg, Abtreibung und Euthanasie, Geschlechterungleichheit, Virusinfektionen, Nihilismus und Stolz. Der letzte Prophet sprach die Perspektiven und Herausforderungen an, denen sich die S7-Schülerinnen und -Schüler in der Zukunft gegenübersehen, wenn sie die Europäische Schule verlassen. Die Schüler zeigten ausgeprägte Fähigkeit, reife Gedanken auf einem hohen intellektuellen Niveau auszudrücken - gut gemacht! 

Aus all den fesselnden Diskussionen liefert ein kurzer Auszug ein gutes Beispiel: Ein Prophet sagte die Rolle eines Virus in der Zukunft vorher. Seine Hauptbotschaft war, dass sich unsere Gesellschaften wahrscheinlich anpassen und lernen müssen, mit Viren zu leben, da diese langfristig nicht verschwinden werden. Als Hauptursache für die Verbreitung des Virus wurde die modernisierte und globalisierte Welt identifiziert. Ein Historiker wies darauf hin, dass Virusinfektionen in der Vergangenheit immer wieder sehr viel schlimmer waren. Die Ratsmitglieder nahmen schließlich Stellung und nannten das Covid-19-Virus eine "weltweite andauernde Krise", betonten die Dringlichkeit des notwendigen Handelns. Vergessen werden sollte dabei nicht, sich anderen Herausforderungen zu stellen, vor denen die Menschheit steht. Die Mitglieder erkannten auch den Nihilismus als ein Problem in der Gesellschaft an, das nicht auf internationaler Ebene angegangen werden kann; ein Beitrag der Weltreligionen als alter und immer noch sehr wichtiger Wertbringer sei notwendig. 

Schließlich wurde ein Beitrag darüber präsentiert, was die Zukunft bringen könnte, etwa wie sich Sicherheitsmaßnahmen entwickeln könnten. Es wurde auch betont, wie leicht wir bestimmte Dinge als selbstverständlich hinnehmen. Eine interessante Überlegung war, dass auch eine neue Religiosität möglich scheint. Mit dem Rollenspiel erinnerten die Schülerinnen und Schüler der S7 sich gegenseitig daran, realistisch zu sein, auf ihre Fähigkeiten zu vertrauen und tugendhaft zu sein, da sie dabei sind, nach dem Ende ihrer Schulzeit ihren Platz als verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft einzunehmen.