Workshops zu LGBTIQA+

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Die Charta der Grundrechte der Europäischen Union verbietet insbesondere Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der sexuellen Ausrichtung. Dennoch berichtet die Agentur der Europäischen Kommission für Grundrechte weiterhin von Benachteiligung und Feindschaft gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und inter*, queeren, asexuellen Personen und Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen oder geschlechtlichen Identitäten (LGBTIQA+) in Europa. Damit alle die Grundrechte, die ihnen nach EU-Recht und nationalem Recht zustehen, in vollem Umfang in Anspruch nehmen können, hat die Europäische Kommission 2015 eine Maßnahmen-Liste zur Förderung der Gleichstellung von LGBTIQA+-Personen veröffentlicht. Minderjährige LGBTIQA+-Personen sind dabei in besonderer Weise schutzbedürftig.

Nicht immer entsteht Diskriminierung aus böser Absicht, oft ist Unwissen die Grundlage. Darum sind Bildung und Aufklärungsarbeit ein wichtiger Teil der Maßnahmen. An der Europäischen Schule München kam die Initiative, über das Thema LGBTIQA+ zu sprechen, von interessierten Schülerinnen und Schülern des Höheren Schule selbst. Auf ihre Anregung hin wurde darum im Schuljahr 2018/19 erstmals ein Workshop für die Klassen der S5 zum Thema angeboten, organisiert von der Schulpsychologie und dem Beratungs- und Unterstützungsteam. Vergangene Woche fand der Workshop zum dritten Mal statt. Insgesamt nahmen etwa 190 Schülerinnen und Schüler der S5 teil.

Expertise dazu lieferte das Aufklärungsprojekt München, eine vom Sozialreferat der Landeshauptstadt München geförderte Bildungsinitiative. Diese bietet Münchner Schulen den Besuch von pädagogisch und didaktisch zum Thema geschulten Menschen in den Klassen an. Im vertraulichen Kreis konnten die Jugendlichen in einer offenen Gesprächsrunde alle Fragen stellen, die sie interessieren. Durch ihre langjährige Erfahrung an vielen anderen Schulen konnten die Gäste kompetent und altersgerecht antworten.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zogen insgesamt ein positives Fazit aus der Begegnung. Zur weiteren Förderung eines offenen, positiven, respektvollen und toleranten Schulklimas, das für die Europäische Schule München oberste Priorität hat, sollen die Workshops auch in Zukunft angeboten werden. Mithilfe der Workshops möchte die Europäische Schule München auch präventiv betroffenen Schülerinnen und Schülern ein klares Zeichen setzen, bei denen oft psychischer Leidensdruck entstehen kann, etwa in Form von tiefen Schamgefühlen oder Depressionen: Du bist nicht alleine und wir lassen dich nicht alleine.

Bei Interesse und Fragen zum Thema können Sie sich an die Schulpsychologie wenden.