Kindergarten

Platz für die Nachwuchs-Europäer

Die Europäische Schule München hat am 22. Juni 2016 den Grundstein für ihr derzeit größtes Bauprojekt gelegt. In den kommenden drei Jahren entsteht im Bereich der ehemaligen amerikanischen Siedlung am Perlacher Forst ein Erweiterungsbau der Schule mit einer Fläche von 14.900 Quadratmetern. Mit dem Neubau soll vor allem ein Platzproblem gelöst werden. Prognosen der stetig wachsenden Schülerzahlen zeigen, dass schon sehr bald nicht mehr alle Schüler am derzeitigen Standort Neuperlach untergebracht werden können.

Die Bauanlage besteht aus einem Kindergarten, einer Grundschule und einer Sporthalle und soll 1.500 Schüler aufnehmen. Der Entwurf des Neubaus stammt von dem Architekturbüro léonwohlhage Gesellschaft von Architekten mbH, das in einem Architektenwettbewerb mit internationaler Beteiligung als Sieger hervorging. Baukosten hierfür belaufen sich auf 61 Millionen Euro.

Ausgerichtet wurde die Grundsteinlegung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Neben der Schulleitung, den Kindergarten- und Grundschulkindern, sowie Lehrern, waren Frau Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin, Vertreter des Freistaates Bayern, der Landeshauptstadt München, des Europäischen Patentamts, der Architektur- und Ingenieurbüros und der Bundesministerien, anwesend.

Die Veranstaltung fand in einem Festzelt mit Bühne auf der Baustelle am Fasangarten statt. Das bunte Programm reichte von Flaggentanz der Grundschule über offizielle Ansprachen bis hin zu musikalischen Beiträgen des Chors der Grundschule und des Kindergartens. In seiner Rede betonte der Direktor Rudolph Ensing, wie dankbar er sei, an dieser europäischen Einheit in Vielfalt mitarbeiten zu dürfen und wie kostbar die europäische Gemeinschaft für ihn ist: "Während wir unsere Unterschiedlichkeiten zelebrieren, fühlen wir uns doch mehr und mehr verbunden."

Der unbestrittene Höhepunkt war das Versenken der Zeitkapsel. Befüllt wurde sie mit einer tagesaktuellen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, einem Satz Euromünzen und Architektenplänen. Nachdem eine Gruppe von Grundschulkindern "Wir wünschen uns eine tolle Schule" in 16 Sprachen aufgesagt hatte, kamen noch ein USB-Stick mit Dateien eingescannter Kinderzeichnungen sowie eine Urkunde mit allen wichtigen Informationen in den Behälter hinein, ehe er verschlossen wurde. Anschließend wurde er in einem Betonschacht mit einer Platte, auf der das Datum der Grundsteinlegung eingraviert war, mit einem Kran im Baufundament versenkt.

In der neuen Schule werden Kinder aller Mitgliedsstaaten unterrichtet. Sie werden nicht nur ihre eigene Sprache und Kultur kennenlernen, sondern auch die anderer Länder, die zusammen die Kultur Europas bilden. So werden sie lernen, zusammenzuleben, um ein geeintes und friedliches Europa zu schaffen. Angesichts der aktuellen Krisen in Europa hoffen wir, dass dies für zukünftige Generationen, die die Kapsel eines Tages öffnen werden, ein klares Bekenntnis zu Europa bezeugt.

Nicht nur der verregnete und kühle Sommer erreichte am Tag der Grundsteinlegung ein bislang unerreichtes Hoch, sondern auch die Stimmung aller Gäste und Gastgeber. So strahlte die Sonne mit den Gesichtern der Anwesenden um die Wette. Ein kaltes Buffet und Live-Musik rundeten dieses großartige Ereignis ab.

Wir wünschen allen, die bei Bau, Einrichtung und weiterer Konzeption des Schulgebäudes beteiligt sind, diesen Enthusiasmus, viel Glück und einen störungsfreien Verlauf!

Grundschule

Tschüss Grundschule!

Der Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe ist für Kinder ein bedeutsamer Meilenstein, an den sie sich noch lange erinnern werden. Ein ganzes Schuljahr lang galten die Fünftklässler unserer Grundschule als die Großen auf dem Pausenhof. Nach den Sommerferien werden sie jedoch zu den Kleinen zählen, denn dann werden sie die S1-Schüler der Höheren Schule sein. Diesen Abschied noch einmal bewusst zu gestalten, ist Ziel der Übergangszeremonie, die am 28. Juni 2016 in den Turnhallen stattgefunden hat.

Das abwechslungsreiche und sehr unterhaltsame Rahmenprogramm zur Verabschiedung der insgesamt 195 Schüler der 5. Grundschulklassen bestand aus Ansprachen der Direktorin der Grundschule, Dana Pavličíková und des Direktors der Höheren Schule, Anton Hrovath, musikalischen Beiträgen des Grundschulchors, unter Leitung von Liz Coles und Julie Plugge, und des Streich- und Blasorchesters, unter Leitung von Jim Ready und Laura Immovilli, sowie tänzerischen Darbietungen der GS-Tanzgruppe der Europäischen Stunden, unter Leitung von Paula Bellingacci und Maartje den Ottelander. Höhepunkt der Veranstaltung war die zeremonielle Übergabe von Zertifikaten an alle Schüler durch Dana Pavličíková, inklusive kurzen Abschiedsreden der jeweiligen Klassenlehrer an ihre Klassen.

Das Schulsystem der Europäischen Schulen basiert auf dem Gesamtschulkonzept. Anders als in vielen nationalen Schulsystemen wird die Grundschule erst mit der 5. Klasse abgeschlossen und der Übergang von der Grundschule zur Höheren Schule findet an der gleichen Schule statt. Dennoch stellt dieser Wechsel eine bedeutsame Übergangssituation im Leben der Schulkinder dar. Es ist wichtig, mit Zeremonien wie dieser, den Schülern Vertrauen und Zuversicht für die nächste schulische Etappe zu vermitteln.

Die Jungen und Mädchen müssen sich vom Vertrauten verabschieden. Die Schultage werden länger und ganz neue Fächer stehen auf dem Stundenplan. Wir hoffen, dass diese Zeremonie den Kindern hilft, die Angst vor dem Unbekannten in Vorfreude auf den neuen Schulabschnitt zu verwandeln. Denn die Zeit verfliegt schnell und in absehbarer Zeit werden sie dann wieder zu den Großen gehören.

Höhere Schule

Wenn ich groß bin, dann…

Was willst du denn mal werden, wenn du groß bist? Viele Jugendliche kennen diese Frage schon aus Kindheitstagen, aber nur wenige wissen darauf eine konkrete Antwort, wenn tatsächlich die Schule zu Ende ist. In diesem Schuljahr fand das Studien- und Berufsberatungsseminar für die 6. Klassen der Höheren Schule unmittelbar nach den schriftlichen Prüfungen vom 22. bis 24. Juni 2016 statt.

Wir begannen mit einer Sitzung über die Wahl der schriftlichen und mündlichen Prüfungen und befassten uns auch mit den komplexen Berechnungen des Europäischen Abiturs (BAC). Wir unterstützten die Schüler bei der Auswahl eines geeigneten Studienfachs und untersuchten Möglichkeiten für ein Auslandstudium in verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, Österreich, Großbritannien, Irland, Schweden und Spanien. Ebenso wurde betrachtet, was es beim Bewerbungsprozess, bei Universitäten und Fachrichtungsstrukturen sowie Aufnahmeverfahren zu beachten gilt.

Am darauffolgenden Tag hielten sechs ehemalige ESM-Schüler Präsentationen über ihren mittlerweile erfolgreichen beruflichen Werdegang. Dazu gehörten ein Personalvermittler, ein Versicherungsmathematiker, ein politischer Berater, ein Finanzberater und zwei Software-Ingenieure. Keiner dieser Referenten hatte während der Schulzeit gewusst, dass er in seinem jetzigen Beruf landen würde und so erklärten die Ex-Schüler, wie ihre Interessen und Fähigkeiten, sie letztlich zu ihrem Job führten. Sie betonten die Wichtigkeit, mittels Praktika möglichst viel Berufserfahrung zu sammeln.

Hier ein Facebook-Zitat von einem der Sprecher vor dem Hintergrund des Brexit-Referendums. Der 27-jährige Stefan Sealey ist Deutsch-Engländer und war Schüler an unserer Schule.

"Zurück dahin, wo alles begann. Ich habe heute an meiner alten Schule einen Berufsberatungsvortrag gegeben. Ein aufbauender Ort nach einer solchen deprimierenden Wendung der Ereignisse. Ich wurde dort zu einem Europäer geformt und die Werte, die mir mitgegeben wurden, sollten zukünftige Generationen versuchen zu leben."

Als Abschluss des Seminars sprachen etwa 20 ehemalige ESM-Schüler über ihre Erfahrungen beim Universitätsstudium. Sie alle hatten das Abitur innerhalb der letzten fünf Jahre absolviert und studieren derzeit die unterschiedlichsten Fachrichtungen an Universitäten in ganz Europa und in einigen Fällen auch in anderen Teilen der Welt. Es war ein Highlight, sie alle wiederzusehen und zu erfahren, wie sie sich nach der Schule entwickelt haben.

Die teilnehmenden Schüler der 6. Klassen sagten hinterher, dass sie nun eine Menge an Informationen zu verdauen hätten, und einige waren noch immer etwas unschlüssig über ihre Zukunft. Wir ermutigten sie, sich über den Sommer entspannt aber gewissenhaft Gedanken darüber zu machen.