Kindergarten

Teilen nach heiligem Vorbild

Zugegeben, die Geschichte ist schon alt, aber der Gedanke dahinter könnte kaum aktueller sein. Wie bereichernd war es, die Geschichte vom St. Martin mit den Kindern in den Kindergartengruppen zu erarbeiten, wenn aus einer Geschichte so etwas Wunderbares entstehen kann wie das Bewusstsein des Teilens. Kaum etwas ist so einfach und wundervoll zugleich.

"Teilen ist das gemeinsame Nutzen einer Ressource", so steht es bei Wikipedia. Für uns ist es viel mehr. Es ist das Gefühl, jemandem etwas Gutes getan zu haben und somit auch die Gewissheit unter Freunden zu sein. Eine Geschichte mit so viel Aussagekraft sollte man nicht einfach nur vorlesen, man muss sie erleben und dies wollten wir mit einem Theaterstück erreichen. So probten wir mit allen drei deutschen Gruppen zusammen über eine Woche jeden Morgen bis zur großen St. Martins Aufführung am 15. November 2016. Die Kinder stellten die von den Erziehern Iris Filus und Diego Fiechter vorgelesene Geschichte pantomimisch dar. Bettina Müller führte, immer wenn nötig, unauffällig die Gänse, das Volk, den Bettler, die Soldaten, den Martin oder seine Eltern an die richtigen Plätze. Alles in allem ein Broadway würdiger Auftritt unserer Kinder unter den Augen der restlichen Kindergartenkindern und sämtlichen Eltern mit Anhang.

Unsere Aufführung war jedoch nicht der einzige Höhepunkt dieses Abends. So stand nun der Laternenumzug an. Ein Lichtermeer aus wunderschönen von Kinderhand gefertigten Laternen. Von Gesang begleitet liefen wir in zwei Gruppen entgegengesetzt um den lila Pavillon herum, um uns anschließend auf dessen Pausenhof zu treffen. Nach weiteren St. Martins Liedern durften die Kinder die unglaublich leckeren St. Martinsbrötchen miteinander teilen.

Die Brötchen wurden am Vormittag unter der Regie vieler Eltern im Kindergarten frisch zubereitet und ausgebacken. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle fleißigen Bäcker!

Ein wunderschöner Tag des Teilens und gemeinsamen Feierns.

Kunstwerk Essen: Das Auge isst mit

In den Wochen vor den Herbstferien haben sich die Kindergartenkinder mit dem Thema "gesunde Lebensweise" beschäftigt. Es wurde viel darüber gesprochen, welche Lebensmittel gesund und wichtig für unsere Ernährung sind und, dass Süßigkeiten zwar lecker, aber für unsere Zähne nicht sehr gut sind.

Anhand einer Ernährungspyramide konnten die Kinder gut erkennen, wie ausgewogen sich jeder ernährt oder ernähren sollte. Und süße Sachen sind nicht verboten, sollen aber nur in begrenzten Mengen verzehrt werden.

Schnell war allen Kindern klar, dass Obst und Gemüse gesund sind. Aber manchmal ist es auch ganz schön langweilig immer nur Apfel, Tomate und Gurke zu essen. Dass Obst- und Gemüseessen auch Spaß machen kann, erlebten die Kinder der Regenbogengruppe und die Gruppe "Los Girasoles" ganz praktisch am 27. Oktober 2016.

Das gemeinsame, gesunde Frühstück mit vielen Obst- und Gemüsesorten wies eine Besonderheit auf: Das mitgebrachte und klein geschnittene Obst und Gemüse sollte nicht nur verspeist werden, sondern die Kinder sollten auch künstlerisch damit "arbeiten". Inspiration für das kreative Arbeiten waren die Bilder des italienischen Malers Giuseppe Arcimboldo. Berühmt sind seine Tafelbilder, auf denen er Blumen, Früchte oder Gemüse darstellte und daraus Porträts oder Stillleben komponierte.

Diese Gemälde dienten den Kindern als Vorlage, selbst Bilder aus echtem Obst und Gemüse zu kreieren. Es entstanden kleine Kunstwerke, die dann gegessen werden konnten. Wer noch Hunger hatte, konnte sich ein neues "Obst- und Gemüsebild" zusammenstellen.

Zum Schluss waren sich alle Kinder einig: Obst und Gemüse sind nicht nur gesund und lecker, sondern können auch zu appetitanregenden Kunstwerken verwandelt werden. Wenn gesunde Speisen zum Augenschmaus werden, dann kann man auch leichter auf Chips, Schokolade & Co verzichten. Denn schließlich isst das Auge mit.

Grundschule

U-Bahn fahren will gelernt sein

Wie verhält man sich an U-Bahn-Haltestellen, während der Fahrt und in einer Gefahrensituation? Viele Grundschulkinder benutzen ab einem bestimmten Alter eigenständig öffentliche Verkehrsmittel, oft fehlt ihnen jedoch theoretisches Wissen und praktische Erfahrung. Um dem Abhilfe zu leisten haben in der Zeit vom 10. Oktober bis 14. November 2016 alle 4. Klassen der Grundschule an dem Verkehrstraining der Münchner Verkehrsbetriebe (MVG) für Bus und Schienen teilgenommen und einen spannenden und erlebnisreichen Tag mit viel Wissenszuwachs rund um das richtige Verhalten im öffentlichen Nahverkehr verbracht.

Bei diesem speziellen Training wird handlungsorientiertes Wissen vermittelt und in realen Verkehrssituationen erprobt und eingeübt. Zu Beginn wurden die Schüler für etwa eine Stunde theoretisch geschult. Anschließend wurden die Lerninhalte in einem extra dafür bereitgestellten U-Bahnzug praktisch vertieft. Auf diese Weise vermittelten die geschulten Mitarbeiter den jungen Verkehrsteilnehmern alle wichtigen Grundlagen, um sich sicher im öffentlichen Nahverkehr bewegen zu können: richtiges Verhalten in U-Bahnen und U-Bahnhöfen und das korrekte Benutzen der Notfalleinrichtungen. Ausführlich und geduldig gingen die Mitarbeiter auf alle Fragen der Schüler rund um das Thema Sicherheit ein.

Dieses U-Bahntraining mit seinen praktischen Übungen ermöglicht einen schnellen Transfer des Erlernten. Gleichzeitig fördert es die Mobilitätskompetenz aktiv und individuell - schon bei den jüngsten U-Bahnfahrern.

Unsere Freunde von gegenüber

Herausfinden, wie es an einer anderen Schule so ist und neue Freunde finden, ist die Hauptmotivation unserer Grundschulkindern, die an dem Schüleraustausch zwischen der Europäischen Schule und der benachbarten Rennertschule teilnehmen möchten. Vom 7. - 10. November 2016 nahmen zehn Grundschüler der 4. Klassen der ESM und im Gegenzug zehn Kinder der Rennertschule an dem Austausch teil. Seit geraumer Zeit ist der Schüleraustausch zwischen der Europäischen Schule München und der Rennertschule ein fester Bestandteil der Grundschullaufbahn. Für beide Schulen stellt dieser Austausch nicht nur eine konstruktive Zusammenarbeit dar, sondern kann auch als eine Integration in das örtliche Schulnetzwerk gewertet werden.

Interkulturelles Lernen soll die Schüler dazu befähigen, anderen Lebensformen und Wertesystemen offen und tolerant zu begegnen und damit die eigenen Haltungen und Einstellungen zu reflektieren sowie Strategien zu entwickeln, diese sozio-kulturellen Herausforderungen versiert zu meistern. Diese Ziele werden nicht nur auf der theoretischen Ebene, abgeschirmt in den Klassenzimmern der ESM verfolgt, sondern können auch im Rahmen dieses Schüleraustauschs vor Ort erprobt werden.

Darüber hinaus fördert der Austausch die Selbstständigkeit und Kontaktfähigkeit der Kinder auf spürbare Weise und ermöglicht Schülerinnen und Schüler einen authentischen Einblick in die vielfältigen Lebenswirklichkeiten der multikulturellen Münchner Bevölkerung. Die meisten teilnehmenden Schüler der ESM empfanden den Austausch als Abwechslung und Bereicherung ihres Schullebens, denn sie hatten die Gelegenheit, intensive und dauerhafte Kontakte zu knüpfen. Die Austauschschüler der Rennertschule waren auch ein bisschen froh, in ihre Schule zurückzukehren, denn der Besuch einer Ganztagsschule, wie der ESM, ist doch eine Umstellung. "Man kann nicht so viel zu Hause sein und deshalb auch nicht so viel spielen", lautete das abschließende Fazit der Zehnjährigen. Jedoch haben die besondere Offenheit und Aufmerksamkeit, mit der ihnen die ESM Schulgemeinschaft begegnet ist, bei allen Austauschschülern einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Höhere Schule

Globale Probleme anpacken

Es gibt nicht viele Orte, die jungen Menschen die Möglichkeit bieten, Pulli und Turnschuhe gegen Anzug und Krawatte, Schulbücher gegen Resolutionen und, was noch wichtiger ist, die eigene Nationalität, die Überzeugungen und Meinungen gegen andere einzutauschen.

Es gibt nicht viele, aber die Model United Nations (MUN) Konferenz ist ein solcher Ort. Organisiert von einem Komitee bestehend aus Schülern der Höheren Schule der ESM fand vom 8. - 11. November 2016 Model United Nations of Munich (MunoM) unter dem Motto "Flüchtlingsintegration und Wahrung der demokratischen Werte" in der ESM statt.

Im Wesentlichen als Rollenspiele, die die Vereinten Nationen simulieren, organisierte die diesjährige Konferenz Debatten über Themen, die auch auf den Verhandlungstischen des wirklichen Parketts in New York zu finden sind.

Die Teilnehmer beschäftigten sich mit so brennenden Themen wie der weltweiten Reduzierung der Militärausgaben in Konfliktregionen, Maßnahmen zur Verhinderung ökonomischer Krisen, Möglichkeiten der Integration von Flüchtlingen, Kampf gegen Manipulation bei demokratischen Wahlen, Betrug und Korruption sowie die Frage, ob Marihuana und andere Drogen legalisiert werden sollen. Im Sicherheitsrat dominierte die Situation in Syrien, Nord-Korea und des IS. In den Diskussionen und Resolutionen wurde klar ersichtlich, dass es unseren jungen Delegierten dabei nicht um Oberflächlichkeit geht, sondern dass sie sehr wohl bestrebt sind, Gegenwart und Zukunft in eigener Verantwortung in die Hand zu nehmen.

Weltweit, aber vor allem auch in Europa, erleben wir ziemlich turbulente Zeiten. Wohin diese Entwicklungen führen, kann natürlich keiner recht vorhersagen. Aber als Schule muss es unser Anliegen sein, die jungen Menschen nach bestem Wissen und Gewissen und mit unserem Erfahrungsschatz entsprechend vorzubereiten. MunoM und die zahlreichen anderen Projekte an unserer Schule tun dies bereits in hervorragender Weise.

Fit 4 Life: Starke Jugendliche

Alkohol, Zigaretten und illegale Drogen, aber auch Computerspiele und "schlank sein wollen": Das sind potentielle Suchtmacher, mit denen Schüler im Jugendalter unweigerlich in Berührung kommen. Ein Ausprobieren kann schnell zu einem gesteigerten Konsum führen und damit wächst das Risiko von Sucht und Abhängigkeit.

Deshalb wurde an der Höheren Schule das Drogen- oder Suchtpräventionsprojekt "Fit 4 Life" für alle Schüler der 3. Jahrgangsstufe in der Zeit vom 24. bis 27. Oktober 2016 organisiert. Es fand mit zwei ganzen Projekttagen pro Klasse statt. In zwei Blöcken besuchten jeweils vier Schulklassen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen das örtliche Jugendzentrum "Südpolstation" von Feierwerk e.V.. Außerhalb der Schulmauern und fernab des normalen Schulalltags konnten sich die Jugendlichen dem ganztägigen Programm mit einer geschärften Aufmerksamkeit widmen.

Dieses Präventionsprogramm soll aufklären, Wissen vermitteln und Lebenskompetenzen fördern. Das bedeutet, dass die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen gefördert wird und ihnen soft skills vermittelt werden, wie sie Versuchungen widerstehen und mit Gruppendruck umgehen. "Fit 4 Life" bezieht dabei Experten zu den verschiedenen thematischen Schwerpunkten ein. So standen auf der Tagesordnung ein Lebensbericht des ehemaligen Drogenabhängigen Alexander Golfidis und der Besuch der örtlichen Jugendbeamten der Polizei. Darüber hinaus gab es viel Zeit, über die Themen Sucht und Drogen zu diskutieren und zahlreiche Übungen und Spiele zu machen. Unser Team führte mit den Jugendlichen das Programm "Sauba Bleim" der Bayerischen Polizei durch.

Dieses Suchtpräventionsprojekt setzt auf Erlebnisspiel, Sinneswahrnehmung und Kommunikation. Das Wissen rund um Sucht und Drogen wird themenorientiert und interaktiv vermittelt. So kann eine nachhaltige und effiziente Stärkung der Lebens- und Sozialkompetenzen sowie die Förderung und Anregung zu einem gesunden Lebensstil erreicht werden.

Abgeschlossen wurden die zwei Tage mit einem "Brief an dich selbst". Die Jugendlichen sollten mit diesem Brief ihre Gedanken und Eindrücke ordnen und eigene Vorsätze im Umgang mit Sucht und Drogen für ihr weiteres Leben formulieren. Jeder Schüler bekommt diesen versiegelten Brief am Ende des Schuljahrs zurück und darf dann selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt in seinem Leben der Brief geöffnet werden soll.

Ein altersangemessenes Angebot, das spannende Interaktion anstelle langweiliger Belehrung bietet!

Weiterführende Informationen: