Kindergarten

Mit großen Schritten voran!

In den letzten Monaten ist auf unserer Großbaustelle viel passiert. Die Rohbauten stehen weitgehend, die Zimmerleute haben den Dachstuhl errichtet und so ist am 13. März 2017 das Richtfest für den Erweiterungsbau der Europäischen Schule München gefeiert worden. Für den Kindergarten und die Grundschule brechen bald neue Zeiten an, denn das Annex-Gebäude mit Sporthalle soll voraussichtlich im Schuljahr 2019/20 bezugsfertig sein. Hintergrund ist ein akuter Platzmangel am Hauptstandort der Schule in Neuperlach.

Die geladenen Gäste konnten sich vor Ort davon überzeugen, dass das Bauprojekt im Münchner Süden, am S-Bahnhof Fasangarten, seit der feierlichen Grundsteinlegung am 22. Juni 2016 sichtbar Gestalt angenommen hat. Die äußere Kontur einschließlich der Dachkonstruktion der Grundschule und der Sporthalle sind bereits fertiggestellt. Beim Kindergarten ist die Form einer Windrose bereits an der Bodenplatte zu erkennen. Insgesamt werden 1.500 Grundschulkinder und 100 Kindergartenkinder Platz haben. Der Entwurf des Neubaus stammt von dem Architekturbüro léonwohlhage Gesellschaft von Architekten mbH, das in einem Architektenwettbewerb mit internationaler Beteiligung als Sieger hervorging.

Ausrichter der Veranstaltung, die in einem Rohbau auf der Baustelle am Fasangarten stattfand, ist das Staatliche Bauamt München gewesen. Neben den Bauarbeitern, Handwerkern und Architekten sind zahlreiche Vertreter des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Europäischen Patentamts sowie des Eigentümers der Liegenschaft, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, anwesend gewesen. Die Europäische Schule München ist mit der gesamten ESM-Schulleitung sowie zahlreichen Schülern und Lehrern vertreten gewesen.

Nach den Grußworten und festlichen Ansprachen bedankte sich Rudolph Ensing, Direktor der ESM, in seiner Rede bei allen, die an diesem Bauvorhaben mitgewirkt haben. Vor dem Hintergrund der Krise in Europa betonte er die europäische Dimension der Schule, die auch im Schulalltag des neuen Gebäudes gelebte Wirklichkeit werden soll: "Einheit in Vielfalt - so erleben wir unsere Schule und wir freuen uns, dass wir dieses Leitmotiv auch hier gestalten dürfen". Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin Berufliche Bildung im Bundesministerium für Bildung und Forschung, schloss sich dem an und erklärte, dass das Bauprojekt ein klares Bekenntnis der Bundesregierung für Europa sei. Schließlich übernimmt sie die Baukosten in zweistelliger Millionenhöhe.

Nach dem Richtspruch wurde der traditionelle Richtfestschmaus für das Bau-Team sowie alle geladenen Gäste serviert. Für ein mitreißendes tänzerisches und musikalisches Rahmenprogramm sorgten der Chor und die Tanzgruppe der Europäischen Stunden der Grundschule sowie eine Band.

Der Richtkranz wehte sichtbar über den schönen Gebäuden, welche künftig eine Stätte der Begegnung und Bildung für unsere jüngsten Nachwuchs-Europäer sein werden. Könnte dies ein Zeichen des Happy Ends für Europa sein?

Grundschule

Welt des Wissens und der Fantasie

Kinder lesen jeden Tag: im Internet, auf Smartphones, auf Anzeigetafeln und eben auch in der Schule. Bücher zu lesen, eröffnet ihnen jedoch einen Zugang zu Wissen, Kreativität und Fantasie von unschätzbarem Wert.

Nach dem großen Schulprojekt "Der Appetit kommt beim Lesen" des letzten Schuljahres wurde beschlossen, jedes Jahr die Lesewoche an der Grundschule parallel zur Münchner Bücherschau Junior stattfinden zu lassen. Entsprechend wurde die Lesewoche 2017 vom 13. bis 17. März 2017 an der Grundschule abgehalten. Die Bibliothek, die sich dieses Schuljahr dem Motto "Wie entsteht ein Buch?" verschrieben hat, organisierte für Schulklassen Besuche bei Verlagen und Druckereien. Den Auftakt der Lesewoche bildete schon am Freitag, 10.03.17, der Ausflug der Klasse P1Fra von Cecile Delas zum Verlag arsEdition. Die Kinder lauschten konzentriert und interessiert allen Erklärungen der zweistündigen Führung durch die Abteilungen des Verlagshauses.

Während der Lesewoche bot die Bibliothek Präsentationen zweier Aspekte der Buchentstehung an. Zum einen der historische Aspekt von der Höhlenmalerei vor ca. 30.000 Jahren bis zum heutigen Buch: Es gab für die Schüler eine übersichtliche Zeitskala sowie eine Weltkarte mit Kennzeichnung aller Zeiten und Länder, die zur Erfindung der Schrift, des Papiers und der Buchherstellung beigetragen hatten. Viele interessante Bilder wurden gezeigt und Anschauungsmaterial wie z.B. Papyrus, Pergamentpapier, eine römische Buchrolle, ein Modell der Gutenbergpresse und andere relevante Gegenstände aus verschiedenen Zeitepochen für die Kinder zum Anfassen herumgereicht.

Der zweite Aspekt bezog sich auf die Verwirklichung eines Buches von der ersten Idee eines Autors bis hin zum gedruckten Buch in der Hand. Was macht ein Autor, was macht der Lektor in einem Verlag, was muss ein Verlag rund um eine Buchveröffentlichung bedenken und kalkulieren, welche unterschiedlichen Tätigkeitsfelder gibt es in einem Verlag mit welchen konkreten Aufgabenstellungen, wie wird zum Schluss ein Buch gedruckt, was ist eine Druckfahne, was ein Kapitalbändchen, wie nennt man die einzelnen Teile eines Buches? Auf all diese Fragen erhielten die Kinder ausführliche Antworten kombiniert mit Anschauungsmaterial. Über die ganze Woche wurden den Kindern in der Grundschulaula verschiedensprachige Kurzfilme über die Buchentstehung und Buchbindung präsentiert.

Eine französische Kamishibai-Präsentation im Kindergarten, eine Art Papiertheater im Schaukasten, rundete das Bibliotheksangebot der Lesewoche ab, vermittelte viele neue Eindrücke und trug zur Leseförderung bei.

Höhere Schule

Junge Forscher fördern

Das diesjährige XIV. European Schools Science Symposium hat vom 26. März bis 29. März 2017 in Luxemburg stattgefunden. Gastgeber war die dortige Europäische Schule Luxembourg I.

Insgesamt waren ca. 150 Schüler aus 16 Europäischen Schulen angereist und stellten 55 Projekte vor.

Von unserer Schule beteiligten sich dieses Mal drei Schüler aus der deutschen und der italienischen Abteilung mit zwei Projekten:

(1) Cosimo Gardella (s3it): "Welche Erkenntnisse kann man aus Messungen von UV-Strahlung gewinnen?

(2) Tanja Fritz, Nicolai Plenk (s6de): "The Relationship between Groceries and Caries Bacteria "

Das Symposium begann am Sonntagabend mit der offiziellen Eröffnungsveranstaltung, bei der alle Teilnehmer vom Direktor der Höheren Schule, Herrn Arben Lufi und vom Inspektor für Biologie der Europäischen Schulen, Herrn Max Wolff, begrüßt wurden. Anschließend hörten wir einen wissenschaftlichen Vortrag zum Thema "Das angeborene Immunsystem: von den Insekten bis zum Menschen" von Prof. Jules Hoffmann (Nobelpreisträger für Medizin, 2011). Für die kulturelle Umrahmung sorgten der Schulchor und die Jazzband der ES Luxembourg I. Danach wurden wir mit Bussen in die Jugendherberge gefahren, wo wir unsere Zimmer bezogen und das Abendessen einnahmen.

Der Montag begann auch dieses Jahr wieder zunächst wieder mit einer staureichen Busfahrt in die Schule. Am Vormittag stellten alle Schüler ihre Poster und die Präsentation den Jurymitgliedern vor und beantworteten diverse Fragen zu ihren Projekten. Die Jury musste im Anschluss entscheiden, welche Projekte ins Finale kommen. Am Nachmittag gab es für die Junioren (s2 - s4) eine Exkursion in den Minettpark - ein Industriepark zur Erzgewinnung - und für die Schüler der Klassen s5 bis s7 eine Stadtführung durch die City Luxemburgs. Nach dem Abendessen in der Schule wurden die Finalisten, je fünf Projekte der Juniors und der Seniors, bekanntgegeben. Bei den Schülern der ESM kam große Freude auf, denn eines unserer Projekte war unter den ausgewählten. Der Abend endete mit einem naturwissenschaftlichen Quiz. Für Cosimo hieß es allerdings noch einmal intensives Vorbereiten auf die Präsentation am folgenden Tag.

Am Vormittag des nächsten Tages präsentierten die Finalisten ihre Projekte vor der gesamten Jury und allen Teilnehmern aus den anderen Europäischen Schulen. Für den Nachmittag war der Besuch des "Science-Centers Luxemburg" geplant, eine gerade erst neu erbaute Einrichtung für Schüler, um mit den Naturwissenschaften näher vertraut zu werden. Wir waren die ersten Gäste überhaupt und die Schüler hatten die Möglichkeit, diverse physikalische Versuche selbst durchzuführen, konnten sich aber auch aktiv an Demonstrationsexperimenten beteiligen. Am späten Abend gab es dann noch die "Physikanten-Show", in der wir anderthalb Stunden lang Physik pur erlebten, jedoch von der spaßigen Seite, gestaltet durch Profis. Es war eine äußerst gelungene Veranstaltung für alle Teilnehmer, gleich ob Schüler, Lehrer oder Eltern.

Am letzten Tag des Symposiums fand die Abschlusszeremonie statt. Es wurden einige kurze Ansprachen gehalten, u.a. vom Generalsekretär der Europäischen Schulen, Herrn Giancarlo Marcheggiano, in denen die Redner allen Organisatoren und Teilnehmern dankten und diese zum Erfolg der Veranstaltung beglückwünschten. Danach erfolgte die mit großer Spannung erwartete Preisverleihung. Es gab dieses Mal sogar je fünf Preise für Junior- und Senior-Projekte sowie je einen Posterpreis. Cosimo Gardella gewann mit seinem Projekt über UV-Strahlen den 4. Preis bei den Junioren. Herzlichen Glückwunsch! Am Nachmittag kehrten wir mit vielen neuen und interessanten Eindrücken nach München zurück.