Kindergarten

Nachhaltiges Europa

Nachhaltige Entwicklung, vor allem im Bereich Umwelt, sollte nicht nur ein Thema für ganz Europa sein, sondern erfordert auch eine konkrete Umsetzung im Alltag. Als Europäische Schule München arbeiten wir nun seit über einem Jahr sehr intensiv daran, den Schülern und der gesamten Schulgemeinschaft mit zahlreichen Projekten und Aktivitäten Nachhaltigkeit vor Augen zu führen. Die Auszeichnung als Umweltschule ist als Ergebnis der Bemühungen ein großer Erfolg, aber gleichzeitig auch ein Auftrag weiter vorwärts zu schreiten. Aus diesem Grund haben wir den diesjährigen Europatag am 9. Mai der nachhaltigen Entwicklung gewidmet. Neben dem üblichen Europatag-Programm gab es einige Aktionen zu diesem wichtigen und zukunftsträchtigen Thema.

Den Startschuss des bildete das Schwenken aller europäischen Flaggen zum Klang der Europahymne, nach Beethovens "Ode an die Freude".

Im Kindergarten wurde bereits am Vortag für die Kinder und ihre Eltern ein Buffet eröffnet. Am Europatag selbst wurde ein Markt ausgerichtet.

In der Grundschule konnten Eltern den Unterricht besuchen. In allen Klasen wurde ein Projekttag rund um das Thema "Nachhaltigkeit" veranstaltet. Zusätzlich konnten Schüler an dem Workshop "Kunstwerke aus Abfall" mit dem Künstler Raffaele Corniagga teilnehmen. Im Raum Erasmus konnte die Ausstellung der Europäischen Stunden Gruppen besichtigt werden.

In der Höheren Schule wurden Eltern von Schüler-Guides gruppenweise durch die Schule geführt und konnten dabei ebenfalls den Klassenunterricht besuchen. Zunächst wurde in der in der Europahalle ein philosophisches Theater über Leonardo da Vinci aufgeführt. Anschließend schauten die Schüler einen kurzen Film zum Thema "Umwelt", über den dann mit Hilfe von Fragen eine kurze Debatte geführt wurde. Abschließend fand ein wissenschaftlicher Vortrag über Klimawandel und Nachhaltigkeit im Monnet Raum statt.

Vormittages fand ein Bücherverkauf für den guten Zweck statt und man konnte sich über das Projekt "Eco-Island" informieren. In der großen Pause gab es im Innenhof "solar cooking" und für musikalische Unterhaltung sorgte das Musikcafé.

Die Europäische Union steht vor vielen Herausforderungen, dazu zählen Klimaschutz, Ausbau der erneuerbaren Energien und des ökologischen Landbaus. Dieser Tag bewies einmal mehr, dass die Kernfragen der Zukunft Europas an unserer Schule nicht nur abstrakte Gedanken sind, sondern dass wir uns damit aktiv auseinandersetzen. Denn so können die Visionen einer smarten und nachhaltigen europäischen Gesellschaft gemeinsam weiterentwickelt werden.

Grundschule

Afrika mit allen Sinnen

Ibrahima Ndiaye hat zwei Tage lang die Grundschulbibliothek in eine senegalesische Umgebung verwandelt: Senegal mit seinen Tieren, speziell seinen Schlangen, seinen Vögeln, seinen Affen im Süden, seinen Rhythmen und mit seinen Geschichten darüber, die man sich früher abends draußen unter dem Baobab, dem Affenbrotbaum, unter sternenklarem Himmel auf warmen Böden sitzend, erzählte und erzählt bekam. Der Autor besuchte uns am 29. und 30. Mai 2018.

Unser Gast wurde im Senegal 1963 als einer der Urenkel des Herrschers des senegalesischen Königreichs Sine geboren, lebt aber schon seit 30 Jahren in Saarbrücken. Er hatte schon in ganz jungen Jahren Kontakt zu einer deutschen Familie, die seiner Deutschlehrerin, die in ihm den Wunsch erweckte nach Deutschland zu gehen. Er studierte in Dakar und in Deutschland Germanistik, Anglistik und Romanistik. Darüber hinaus spielte er Theater und gab Tanzkurse in Saarbrücken. Er wurde berühmt durch seine traditionelle Geschichten-erzählkunst, die er von seiner begabten Großmutter übernommen und mit der er sich seit Jahren um die Vermittlung der Kulturen verdient gemacht hat.

Preisgekrönt reist er heute von Schule zu Schule und vermittelt den Schülern über die in Szene gesetzten senegalesischen Tiermärchen und Familien-Geschichten einen Hauch von seiner Heimat in Afrika. Seine Freude dabei, die einem aus sämtlichen Poren seines Körpers entgegenstrahlt, seine Leichtigkeit, mit der er die Kinder dort abholt wo sie vom Alter her stehen, seine Situationskomik, die von Kindern geliebt ist sowie seine rhythmischen Begleitungen auf Kalimba und Djemben reißen alle mit, Erwachsene wie Kinder. Obendrein fasziniert einen seine überaus respektvolle und damit höfliche Art der Kommunikation. Wir waren alle zusammen abgetaucht in ein fröhliches afrikanisches Märchen bis zu seinem Ende, dann sagen die Geschichtenerzähler im Senegal: "An dieser Stelle fällt die Geschichte ins Meer, und wer ihren Duft als Erster riecht, kommt ins Paradies".

Alle französischen Schüler der Grundschule, ihre Klassenlehrer und noch etliche Erwachsene der Schule mehr haben den Duft gerochen. Könnten doch alle daran teilhaben und den Duft einatmen!

Höhere Schule

Redekunst auf der Agenda

Das oberfränkische Kloster Banz ist bekannt als Ort der Klausur der CSU-Landesgruppe im Bundestag wie auch der bayerischen Landtagsfraktion. In dieser Abgeschiedenheit - nichts anderes bedeutet ja Klausur - erwartet man sich Gespräche und Einsichten, die sich im Berliner oder Münchner Getriebe nicht so bald ergeben. Auch eine Gruppe von s6-Schülern der Europäischen Schule München wusste die kontemplative Atmosphäre des Ortes beim heurigen Rhetorik-Seminar für sich zu nutzen. Unter der Leitung von Dr. Michael Wagner und in bewährter Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung fand das dreitägige Seminar vom 28. bis zum 30. Mai 2018 für Schüler der Höheren Schule aus der 6. Jahrgangsstufe statt. Als Referentin konnte zum wiederholten Mal Dr. Cornelia Wolfgruber gewonnen werden.

Das Konzept folgt einem ganzheitlichen Ansatz. Rhetorik ist zwar die Kunst der Rede, um mit dieser aber auch überzeugen zu können, gehören Stimme und Körpereinsatz ebenso dazu, wie eine fundierte Positionierung. Im technisch bestens ausgestatteten Rhetorikstudio besteht die Möglichkeit, die Redner durch Bild- und Tonaufnahmen zu dokumentieren, womit eine Grundlage zur eingehenden gemeinsamen Analyse gegeben ist, die so in keinem Klassenzimmer denkbar wäre.

Nachdem sich die Teilnehmer über Themen verständigt haben, arbeiten sie zunächst an verschiedenen Grundlagen des Auftretens, immer wieder auch mit praktischen Übungen. Sodann geht es an die Vorbereitung einer Rolle, aus der heraus in unterschiedlichen Kontexten (Diskussionsrunde, Vortrag) ein Redebeitrag vorbereitet wird. Die Hauptthemen Legalisierung "weicher" Drogen und Sterbehilfe bieten zunächst nichts Außergewöhnliches, doch geht es auch nicht in erster Linie um die Erschließung ungewöhnlicher Inhalte (die mag dann wieder dem Klassenzimmer überlassen bleiben), sondern um das Trainieren eines überzeugenden Auftritts.

Das eigentliche Ziel besteht darin, jeden Teilnehmer die seiner Persönlichkeit am ehesten entsprechende Art der Präsentation finden zu lassen. So etwas ist in drei Tagen nicht abgeschlossen, ein spürbarer Anstoß dazu aber ist gegeben.

Bezaubert von Frühlingsmusik

Ein musikalisches Highlight der ganz besonderen Art ist das Frühlingskonzert am Abend des 17. Mai 2018 gewesen. Unsere talentierten Schüler präsentierten gemeinsam mit ihren Musiklehrern ein Potpourri aus klassischer und moderner Musik, ein Querschnitt durch sämtliche Stilrichtungen quer durch Europa aber auch aus der ganzen Welt.

Den Auftakt bildete "Libertango" vom argentinischen Komponisten Astor Piazzolla, der wunderschöne lateinamerikanische Melodien arrangiert. Das HS-Orchester und Kammerorchester, unter der Leitung von Kasia Moskwa, präsentierte in diesem Teil bezaubernde Stücke von D. Schostakovitsch "Walz Nr 2", F. Cramer "On the Rebound", M. Marais "Le Basque" und K. Badelt "Music from Pirates of the Caribbean" den Zuhörern. Unsere musikalisch talentierten Schüler spielten zudem hochkarätige Soli. Der Junior- und Kammerchor, unter Leitung von Julie Plugge, trugen melodische Lieder vor. Wie immer, klangen die Stimmen fantastisch und reif. Der Kammerchor sang Lied "Dirait-on" (M. Lauridsen). Das Solo wurde phänomenal gesungen. Der Juniorchor klang ausgezeichnet und hat ein paar wundervolle Lieder aufgeführt. Am Klavier begleitete Ella Sincuk.

Zum Abschluss des ersten Teils traten Chöre und das Orchester gemeinsam auf. Sie präsentierten sehr populäre Musikhits wie zum Beispiel: "How Can I Keep from Singing?" (R. Lowry) und "We Move the World" (B. Stark). Das Publikum war begeistert. Nach der Pause führten der Kammerchor und Konzertchor ein mehrstimmiges Programm auf. Jedes Stück klang perfekt und war auf hohem musikalischen Niveau.

Für einige s7-Schüler war es das letzte Konzert an der ESM und vor ihrem Abitur. Sie wurden von ihren Lehrern persönlich auf der Bühne verabschiedet, und die Schüler haben es mit einem Lied und einem symbolischen Geschenk erwidert. Anschließend trat die Bigband, unter der Leitung von James Ready, auf. Sie bewies viel Dynamik und Leidenschaft in ihren Stücken, darunter "Hit the Road, Jack" von P. Mayfield und "Happy" von Pharrel Williams mit voller Energie und Begeisterung.

Am Ende spielten alle Ensembles gemeinsam! Das war ein fantastischer und magischer Moment. Drei Stücke: "La Música" (J. Althouse), "Imagine" (J. Lennon), "1492-The Conquest of Paradise" (Vangelis) erfüllten den Saal mit unverwechselbaren Klängen. Die Zuhörer belohnten die jungen Musiker mit kräftigem Applaus.

Die ESM-Musikensembles, die Sänger und die Instrumentalisten bescherten mit ihrem ungeheuer vielseitigen Repertoire dem Publikum ein Musikerlebnis der besonderen Art, das schon die Vorfreude auf das nächste Konzert weckt.

Einfach Spitzenklasse!